Sinn und Unsinn von Auslandsschulungen
Diese Woche bringt mich ein Schulungsauftrag nach Japan. Für ein großes Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche führe ich die Mitarbeiter der lokalen Niederlassung in die Grundlagen ihres weltweiten IT-Netzwerkes ein.
Immer wieder werde ich gefragt, ob es nicht ein Unsinn sei, mit so viel Aufwand einen Trainer aus Deutschland einzufliegen. Doch obwohl solche Langstreckenflüge neben dem Abenteuer vor allem sehr anstrengend sind, bin sehr froh über solch' weitsichtige Politik einer Corporate IT-Abteilung. Denn sie zeigt eine heute selten gewordene Einsicht in Faktoren menschlicher Zusammenarbeit.
So erfahre ich vor Ort immer wieder eine ganz besondere Wertschätzung meiner Arbeit, einfach weil mit meiner aufwendigen Reise auch der Stellenwert ausgedrückt wird, den die zentrale IT in Deutschland den Dependenzen und dem weltweiten Netzwerk beimisst.
Es ist eben ganz was anderes, ob da ein Trainer mit direktem Draht und neusten Neuigkeiten aus dem Main Office kommt und Schulungen durchführt, als wenn man kostensparend einen lokalen Freelancer vorgefertigte Inhalte reproduzieren ließe.
Und schliesslich ist man - wie eine kluge Managerin anmerkte - als Trainer vor Ort auch Botschafter der IT-Abteilung im fernen Deutschland und damit ein wunderbar direkter Rückkanal für alle Anliegen, die sonst vielleicht noch lange gähren würden. Eine besonders spannende Aufgabe in Japan, dem Land des Lächelns, wo Kritik und Unzufriedenheit wenn überhaupt nur zwischen den Zeilen geäußert wird.